Stress bei Kindern


Tatsächlich bin ich selber meistens immer in einem gewissen Maße gestresst. Man muss natürlich zwischen schlechtem und gutem Stress Unterscheiden. Der gute Stress bringt einen dazu neue Herausforderungen zu meistern, der schlecht bewirkt genau das Gegenteil. Man ist überspannt, überfordert und dies macht sich dann auch meist auf körperlicher Ebene bemerkbar. Vom Nägel knabbern bis hin zu schweren Problemen die die Gesundheit nachträglich beeinträchtigen können, wie z.Bsp. hoher Blutdruck.

 

Laut der BELLA Studie zeigten 21,9% aller Kinder zwischen dem 7. und 17. Lebensjahr bereits Anhaltspunkte für psychische Probleme. Mit der stetig wachsenden Stressbelastung steigen die Risiken für psychische Erkrankungen dazu noch.


Bei Kindern macht sich Stress, genauso wie bei Erwachsenen auf der körperlichen, seelischen und sozialen Ebene bemerkbar. Ein voller Terminkalender, der die "Freizeit" der Kinder gestaltet wie Fussball, Turnen, Ballett, Reiten oder verschiedenster Förderaktivitäten kann die Stressbelastung auf ein ungesundes Maß anheben. Meist zeigt sich dies in Überforderung. So hab ich es jedenfalls bei meiner Großen erlebt, die am Ende nicht mehr konnte, aber alles machen wollte und nicht wusste was sie aufgeben soll. Dies hat sie wahnsinnig hilflos gemacht und es sind viele Tränen geflossen.

Ich als Mama habe ihre Verzweiflung erkannt und am Ende ihr die Entscheidung abgenommen welche Aktivität aufgegeben werden sollte - natürlich das was ihr am wenigsten Spaß gemacht hat.

Bei Mia war es so, dass sie es alles machen WOLLTE. Bei vielen Kindern wird der Terminplan allerdings von den Erwachsenen vorgegeben und geregelt. So fällt es ihnen schwer die eigene Zeit zu strukturieren sowie sich positive Erlebnisse selber zu kreieren. Die Folgen sind bei den meisten Kindern, dass sie nur sehr schwer mit Phasen ohne Reize zurechtkommen. Bedeutet, dass sie sich sehr schnell langweilen. Diese Langeweile können Kinder heutzutage schnell mit Fernsehen oder einer Konsole umgehen, was wiederum darauf hinausläuft, dass die Kids sich in ruhigeren Lebenssituationen wie beim gemeinsamen Essen oder Zubettgehen nicht runterfahren können.

 

Kinder lernen besonders in den ersten Lebensjahren viel von ihrer Umwelt. Da die sprachlichen Fähigkeiten noch nicht ausgereift sind, nehmen sie vor allem Emotionen in hohem Maße wahr. Sie saugen regelrecht alle positiven Reize aber leider auch negative in sich auf. So erleben sie hautnah die Stresssituationen in Familien, die im Alltag aber auch einfach dazugehören.

Viele Babies und Kleinkinder werden unruhig, finden z.Bsp. nicht in den Schlaf. Bei den Älteren zeigt es sich oft in Aggression oder Überwältigung.


Ich versuche immer mich selber zu beobachten, wenn ich gestresst bin. Es sind im Endeffekt genau die selben Anzeichen. Schlaflosigkeit, Wut, Überwältigung, Herzrasen. Auch einige psychosomatischen Beschwerden wie Kopf- oder Rückenschmerzen treten bei mir in besonders stressigen Zeiten auf.

Viele erleiden häufiger Infekte, da Stress auch auf das Immunsystem schlagen kann.


Daher sehe ich es als essentiell an, über die Auswirkungen von Stress aufzuklären. An erster Stelle müssen es tatsächlich die Eltern in die Hand nehmen. Entspannungstraining, welches nur von den Kindern umgesetzt wird, hilft recht wenig vor einem Burnout.

Der Hamburger Kinder und Jugendpsychiater und Psychotherapeut Prof. Dr. Michael Schulte-Markwort fand in seiner jahrzehntelangen Arbeit mit Kindern heraus, dass immer mehr an einer Art Erschöpfungssyndrom leiden. Dazu gibt es auch ein Buch mit dem Titel "Burnout-Kids"

 


 

Wir wissen nun, dass Kinder auch Stress erfahren können, nur was sind denn genau kindliche Stressauslöser.

Dafür finde ich die folgende Tabelle recht anschaulich:

​Körperliche Stressoren

Krankheiten, Hitze, Kälte, Lärm, Hunger, Durst, Schlafmangel

​Seelische Stressoren

Zeitdruck, Ängste, Prüfungssituationen, Überforderung, Unterforderung, Perfektionismus

Soziale Stressoren

Streitigkeiten innerhalb der Familie oder mit Freunden, Verlust von Freunden, Ablehnung/Ausgrenzung, Mobbing, Schulprobleme, traumatische Ereignisse, Trauer, tot einer geliebten Person/Haustier

Dies sind reine negative Stressoren, es gibt aber auch positive Ereignisse oder Erlebnisse die ein Kind stressen können. Festlichkeiten wie Geburtstage, Einschulung, die Geburt eines Geschwisterkindes, Umzug, sportliche Wettkämpfe oder wie jetzt aktuell Weihnachten können in einem Kind "Stress" hervorrufen. Wir als Eltern, Erzieher, Lehrer oder einfach als Vertrauensperson sind dazu angehalten dem Kind mit auf den Weg zu geben, wie man mit solchen Situationen umgeht, also wie man den Stress bewertet und wie man kleine Regenerationsphasen in den Alltag einbaut.

 

Wie auch immer sich die Diskussion über die Auslöser und Ursachen von Stress bei Kindern entwickeln wird, Fakt ist, dass wir als Erwachsene den Kindern helfen können nicht in diesen Strudel des Alltags zu geraten.

Dies beinhaltet auch die Arbeit an uns selber sowie das Erkennen der Problematik, da sonst Entspannungsverfahren nur wieder eines der täglichen To-Do´s werden, die abgearbeitet werden müssen.

Daher empfehle ich, so mache ich es zumindest hier Zuhause, immer Situationsabhängig eine kleine Entspannung mit einzubauen. Sei es eine kurze Geschichte, eine Traumreise, eine kleine Räucherzeremonie bei der sich die Kinder das Räucherwerk aussuchen können oder sich einfach mal austoben - denn ja, auch das bringt Entspannung. Man kann danach sogar den ganzen Körper spüren und eventuell eine klitzekleine Körperreise durchführen.


Uns stehen neben zahlreicher Entspannungsverfahren natürlich auch ätherische Öle zur Seite, die einem helfen können sanft die Ruhe und Stille zu finden die wir als Familie in diesen stressigen Zeiten verdient haben!

 

Ich hoffe dieser kleine Einblick hat Euch zeigen können, wo wir beginnen sollten. Nämlich genau auf die Kinder - und natürlich uns selber - zu achten. In welchen Situationen geht es uns doof, wann sagt unser Körper das wir langsamer machen sollen? Welche Anzeichen von Stress erleben wir bereits tagtäglich in unseren Familien, und wie können wir dem entgegenwirken? Welche Auslöser können wir eventuell sogar ganz aus unserem Leben verbannen?


Bei allen Fragen stehe ich natürlich immer bereit, schaut auch gerne auf meinem Instagram Profil vorbei! Dort gibt es noch mehr kleine Inputs und Infos sowie aktuelle Kursangebote die ihr auch hier findet.


Falls ich es mal nicht schaffe zu antworten, seid bitte nachsichtig, da ich mich immer noch durch die Untiefen des eigenen Blogs wurschtel :)



Alles Liebe, bleibt stressfrei und gesund!


Susi - Ganzheitlich Mama



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